Tischler/in

Tischler/in¹ ist ein anerkannter Ausbildungsberuf aus dem Berufsfeld der Holztechnik nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO), der ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen angeboten wird.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre, sie schließt mit dem Gesellenbrief und dem Berufsschulzeugnis ab. Der Frauenanteil in der Ausbildung liegt bei 10-20%. Verwandte Berufe kommen aus den Bereichen der Zimmerei, der Forstwirtschaft, des Musikinstrumentenbaus, der Drechslerei, der Kunst, u.a.

Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk sind Meister, Techniker, Betriebswirt und die Selbstständigkeit.
Aufstiegsmöglichkeiten mit Besuch von Berufsakademie, Fachhochschule oder Hochschule sind in Bereichen Gestaltung⁄Design, Architektur, Produktion⁄Entwicklung, Forstwirtschaft, usw. als Betriebswirt, Diplom Ingenieur oder Akademiker zu finden.
Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zu nahezu jedem fachlichen, betriebswirtschaftlichen und persönlichkeitsbildenden Thema vom Fachverband HKH (Holz-und Kunststoff verarbeitendes Handwerk), den Handwerkskammern sowie anderen Anbietern.

Der Tischler fertigt und baut ein eine Vielzahl von Objekten im Wohn,- Geschäfts- und öffentlichen Bereich. Im Bereich des Innenausbaus deckt er die Bandbreite vom Einzelmöbel über komplette Wohnungseinrichtungen bis zu Einbaumöbeln ab. Im Neubau und bei Altbaurenovierungen baut er Fenster, Türen, Fußböden, Treppen, Trennwände. Im Objekt,- Laden- und Messebau richtet er Geschäfte, öffentliche Gebäude, Freizeiteinrichtungen, Messen u.ä. ein.

Der Tischler gestaltet alle seine Werkstücke selber oder fertigt nach Zeichnung. Häufig entwickeln sich Produkte im Zusammenspiel mit dem Kunden.
Die Materialien hierfür sind neben Massivholz, Plattenwerkstoffen, Kunstoffen und Metallen auch Glas, Textilien, Leder, Steine, Gips, u.a. Verarbeitet werden diese Materialien mit berufsspezifischen Handwerkszeugen und einer Vielzahl zur Verfügung stehenden Klein- und Großmaschinen.

Der Arbeitsplatz des Tischlers – in kleinen bis großen Handwerksbetrieben- ist bei der Fertigung die Werkstatt, bei der Montage die Baustelle, die überwiegend regional, zunehmend auch überregional und im Ausland liegen kann.
Die Bezahlung des Tischlers ist der Stundenlohn, welcher tariflich geregelt ist. Aktuell beträgt der Stundenlohn 13,83 Eur brutto. Die Arbeitszufriedenheit unter Tischlern sowie das gesellschaftliche Ansehen sind traditionell hoch.

Das Tischlerhandwerk in NRW zählt z.Zt. knapp 8000 in die Handwerksrolle eingetragenen Betriebe. Davon sind rund 4000 Unternehmen Mitglied im Fachverband HKH. Insgesamt beschäftigt die Branche etwa 35000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von ca. 3,9 Mrd Eur. Der komplette Wirtschaftsfaktor Holz und Forst beschäftigt etwa 1 Mio Menschen und setzt ca. 115 Mrd Eur um.

¹ Im folgenden wird die männliche Form auch für weibliche Tischlerinnen verwendet