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Interkulturelle Lernprozesse

Die zunehmende Globalisierung sowie das Zusammenwachsen der Staaten in Europa erfordern auch eine Reaktion von Seiten der Schulen, diese Situation in Perspektiven für die Schüler umzumünzen und Angebote zur Ergänzung und Erweiterung des Unterrichtes in das schulische Programm aufzunehmen.

Das Max-Born-Berufskolleg reagiert auf diese Anforderungen und versucht für alle Schüler aller Bildungsgänge Angebote zu entwickeln, die diese bei entsprechender Eignung wahrnehmen können.

Die hier dargestellten Projekte vermitteln einen Eindruck von der Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit, mit der sich unsere Schule dem Thema der Europäisierung widmet:

 

Im Bereich Gestaltungstechnik

Sokrates Comenius Projekt mit dem Liceo Statale Leon Battista Alberti.

Im Rahmen des zwei mal einwöchigen Projektes mit dem Obertitel „Education and Design“ befassten sich die deutschen und italienischen Schüler mit der Entwicklung von Spielgeräten für entwicklungsverlangsamte Kinder, die so gestaltet sein sollten, dass sie die Wahrnehmung und die Bewegungserziehung in besonderer Weise unterstützen. Das Projekt wurde begleitet von einem Kulturprogramm, das einen Einblick in die jeweils fremde Umgebung gewährte, und erfolgreich abgeschlossen mit einer schriftlichen Dokumentation. Es stellt die ausgezeichneten Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit vor.

Sokrates Comenius Projekt II 2004-2005

Das Bauhaus und die Schule von Bruno Munari

In diesem Projekt war es praktische Zielstellung, einen Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs aus wieder verwertbaren Materialien zu entwerfen, sowie ein Modell dieses Gegenstandes aus geeigneten Materialien zu konstruieren. Dies sollte nicht ohne Vorgaben geschehen, sondern in Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Arbeit des Bauhauses Dessau und auf italienischer Seite der Schule von Bruno Munari als italienisches Pendant.

Im Bauhaus Dessau sowie der Accademia delle Belle Arti in Florenz wurden von Fachleuten die Grundlagen der Arbeit vermittelt und erste Entwürfe erarbeitet, die dann, in einem zweiten Schritt, im Liceo in Florenz präsentiert wurden.

Leonardo Projekt „Leo und /e Maxi – die Geschichte einer Begegnung“

Dieses Projekt begann mit einem Besuch der Recklinghäuser Schülergruppe in Florenz. Während der Arbeitszeit wurden storyboards entwickelt und in Kleingruppen Geschichten ganz unterschiedlicher Art dreisprachig (Deutsch/Englisch/Italienisch) verfasst und illustriert. Die Geschichten handeln von verschiedenen Episoden der Begegnung von Leon und Maxi, die sich im kulturellen Austausch ihre jeweilige Heimat präsentieren. Dieses Projekt muss nun von den Schüler/Innen des Max-Born- Berufskollegs allein zu Ende geführt werden, da für die Partner aus Florenz keine Gelder für den Austausch bewilligt wurden.
Um solche ‚Pannen’ in Zukunft zu verhindern, soll gemeinsam mit dem italienischen Partner erreicht werden zwei Aktionsformen zu entwickeln, die die Partnerschaft in Zukunft tragen. Zum einen ist dies ein jahrgangstufenorientierter Schüleraustausch, den die Italienischlehrerinnen organisieren, zum anderen werden Praktikumsangebote entwickelt, die Schüler/Innen der Partnerschule in der Stadt des Partners wahrnehmen. Diese werden auch durch das neue EU Programm ‚Lebenslanges Lernen’ gefördert.

 

Im Bereich Bautechnik

Sokrates Schulprojekt „Roofs of Europe“

Vorläuferprojekte:
Das Leonardo Projekt „Restaurierungstechniken im Maurerhandwerk“ in Kooperation mit der Scuola Edile di Firenze (1996) sowie das Sokrates Lingua E Projekt „Restaurierung der Natursteinmauern der Medici-Villa Demidoff“ in Fiesole / Provinzia di Firenze (1998) waren Projekte, die nicht auf Gegenseitigkeit angelegt waren, sondern dem Erlernen neuer Handwerkstechniken im Maurerhandwerk und zur Steigerung der Mobilität bei Maurern dienen sollten.

Roofs of Europe

Das Comenius Schulprojekt (2005-2008) fasst unter dem Titel ‚Roofs Of Europe’ Schüleraktivitäten zusammen, die sich alle mit dem Thema ´Dächer´ befassen.

Dachformen, ihr Aufbau und ihre Funktion, ihre Nutzung für nachhaltige Zwecke wurden in bisher drei Arbeitsschritten bearbeitet. Dabei wurden nationale Dachvarianten ebenso betrachtet, wie auch einige der in Europa inzwischen überall verbreiteten Dachformen.

Beim zweiten Projekttreffen in La Laguna / Teneriffa / Spanien ging es um den Vergleich der Dachkonstruktionen, von Dachaufbau und Dachhaut. Es wurde ein multilinguales Glossar angelegt und über das Internet allen Beteiligten zur Verfügung gestellt, so dass es als Grundlage der weiteren Arbeit dienen konnte.

Die in Petrosino / Sizilien / Italien geplante Arbeitsphase zur Architekturgeschichte des Daches konnte nicht durchgeführt werden, da der italienische Projektpartner aus dem Projekt ausscheiden musste.

Beim Treffen in Letterkenny / Irland stand der Gedanke der Nachhaltigkeit bei der Nutzung von Dächern im Fokus des Interesses. Abhängig von der geografischen Lage arbeiteten die Gruppen zum Thema Photovoltaik, Sonnenkollektoren zur Erwärmung von Brauchwasser, Regenwassersammelanlagen, Dachbegrünung. Die in den Gruppen gewonnenen Kenntnisse wurden ebenfalls präsentiert und in das Glossar integriert .

Im Projekt Recklinghausen (2008) ging es um statisch wirksame Kräfte und Kraftglieder an Dachkonstruktionen. Ergebnisse waren Lehrvideos zur Veranschaulichung der Kräfte an konstruktiven Dachelementen und die Fortschreibung des multilingualen Glossars.

Das abschließende Treffen auf Malta dient der Evaluierung des gesamten Projektes und bezieht nur die beteiligten Lehrer aus den einzelnen Ländern ein. Die Veranstaltung ist auch dazu gedacht, ein neues Projekt für den Zeitraum zwischen 2008 und 2010 zu entwickeln, das sich mit bekannten und neuen Partnern mit „winterlichem und sommerlichem Wärmeschutz im europäischen Vergleich“ befassen soll.

 

In verschiedenen Berufsfeldern: CNEN

Die Beantragung dieses Programms konzentrierte sich darauf, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu eröffnen, während ihrer Ausbildung ein vierwöchiges Praktikum im europäischen Ausland zu absolvieren.

Für die Bereiche Bau-, Gestaltungs- Elektro- und Maschinenbautechnik wurden Praktikumsplätze auf Malta, in Österreich (Wien) und in Irland (Dublin) vermittelt.

Die Teilnehmer/Innen waren gehalten, sich neben der Arbeit im Praktikumsbetrieb in ihrem jeweiligen Berufsfeld über Veränderungen bei der Entwicklung von Normen von einem nationalen hin zu einem europäischen Referenzrahmen zu informieren und darüber einen Bericht zu verfassen.

Im Rahmen dieses Projektes konnten fast 50 Schüler/Innen vermittelt werden und in ihrem Schwerpunkt Auslandserfahrungen sammeln. Auch hier ist ein Nachfolgeprojekt, das auf die neuen Förderbedingungen der EU Bezug nimmt, ins Auge gefasst.

 

In Kooperationen mit der Handwerkskammer Münster

Alesund (Norwegen), Boston (Großbritannien), Nantes (Frankreich)

Nach vorbereitenden Projekten ab 1997 im Bereich Holztechnik, bei dem das Berufsgrundschuljahr des Berufsfeldes Holztechnik in Arenzano (Provinz Ligurien / Italien) den Möbelbau im deutsch-italienischen Vergleich studierte, ergaben sich seit dem Jahre 2005 unter dem Motto „GO EUROPE“ mit Unterstützung der Handwerkskammer in Münster Möglichkeiten, Auszubildende des Handwerks in Praktikumsaustauschprogramme zu vermitteln. Die bis zu vier Wochen dauernden Praktika, betreut durch die Handwerkskammer zu Münster sowie Fachlehrer der beteiligten Berufskollegs, führten unter anderem Anlagenmechaniker (Sanitär-Heizung-Klima) nach Boston in England, Informationselektroniker nach Alesund in Norwegen sowie Gruppen von Tischlern nach Nantes in Frankreich.

Einhelliger Tenor der Beteiligten ist, dass sich nicht nur ihre beruflichen Erfahrungen deutlich erweitert haben, sondern ihnen auch klar geworden ist, dass sie in ihren Gewerken in Europa gute Chancen haben, einen Arbeitsplatz zu finden.

Dies hebt als Nebeneffekt sicher auch das Selbstbewusstsein der Beteiligten.

Das Max-Born-Berufskolleg und seine für diese Programme engagierten Lehrer erhoffen sich für diese Maßnahmen auch zukünftig zahlreiche Interessenten.

 

Der Europaassistent im Handwerk

Die Zusatzqualifikation „Europaassistent im Handwerk“ bietet leistungsstarken Auszubildenden die Möglichkeit, durch zusätzlichen Unterricht bereits während der dualen Erstausbildung interkulturelle Kompetenzen aufzubauen, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und das europäische Waren- und Wirtschaftsrecht kennen zu lernen. Zusätzlich zum Unterricht in der Berufsschule absolvieren sie ein mindestens dreiwöchiges Praktikum im Ausland. Nach erfolgreicher Gesellenprüfung und Zusatzprüfung vor der Handwerkskammer haben sie den staatlich anerkannten Abschluss „Europaassistent im Handwerk“. Voraussetzung für die Teilnahme ist mindestens die Fachoberschulreife.

 
 
 

Internationale Kontakte des Max-Born-Berufskollegs

Die Internationalen Kontakte des Max-Born-Berufskollegs Recklinghausen bilden einen beständig sich erweiternden Teil des schulischen Lebens und Lernens. Dazu dienen die Teilnahme an den Sokrates Comenius wie Leonardo Programmen der Europäischen Union. Diese sollen konsequent ausgebaut werden, so dass jede(r) Schüler/in eine Teilnahme möglich wird. Dabei werden schrittweise alle beruflichen Schwerpunkte beteiligt. Zudem ist das Kolleg Ausbildungsschule des LfQ und bildet Teilnehmer/innen aus aller Welt in fachlichen Fragen (Maschinenbau) fort. Des Weiteren unterhält das Max-Born-Berufskolleg Kontakte nach Russland und Vietnam, sowie Marokko und Tansania, wo die Einrichtung und Weiterentwicklung einer orthopädischen Ausbildung unterstützt werden. Offenheit für einen europäischen Horizont in Ausbildung und Bildung und Unterstützung von Bildungsentwicklungen im globalen Rahmen kennzeichnen so die Aktivitäten des Max-Born-Berufskollegs.