Vertiefte Einblicke in die Ergebnisse des pilotierten Zertifikationskurses
“KI in der beruflichen Bildung”.
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – und damit auch die Anforderungen an die berufliche Bildung. Welche Kompetenzen benötigen Fachkräfte von morgen? Wie kann KI sinnvoll, verantwortungsvoll und praxisnah im Unterricht eingesetzt werden? Antworten auf diese Fragen liefert ein innovatives Pilotprojekt des Max-Born-Berufskollegs.
Im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres wurde erstmals die von der Bezirksregierung entwickelte Zusatzqualifikation „KI in der beruflichen Bildung“ mit einer Unterstufe der Mechatronikerinnen und Mechatroniker erfolgreich durchgeführt. Das Max-Born-Berufskolleg zählt damit zu den ersten Berufskollegs, die ihren Schülerinnen und Schülern den Erwerb dieses Zertifikats ermöglichen und die Zertifizierung selbst durchführen.
Der fächerübergreifende Zertifikationskurs wurde von Dr. Janine Khalaf, Alex Schlüter und Judith Lenczewski entwickelt und umgesetzt. Die Inhalte der Zusatzqualifikation wurden sowohl in technische Unterrichtsfächer als auch in den Differenzierungsbereich sowie das Fach Deutsch integriert. Neben dem praktischen Einsatz von KI standen insbesondere ethische, gesellschaftliche und rechtliche Fragestellungen im Mittelpunkt.
Im Zentrum des Projekts stand die Aufgabe, ein vermeintlich veraltetes Unternehmen mithilfe von Künstlicher Intelligenz zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dabei beschäftigten sich die Auszubildenden unter anderem mit den Themen Arbeitserleichterung, Wirtschaft, Umwelt, Infrastruktur und modernen Fertigungsverfahren. Auf dieser Grundlage entwickelten sie kreative Konzepte, die technisches Fachwissen, unternehmerisches Denken und den reflektierten Einsatz von KI miteinander verbanden.
Ein Projekt trug den Titel „Präzision trifft Innovation – Individuelle Produktionsmaschinen und Automatisierungslösungen für die Fertigung von morgen“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten Zukunftsvisionen für ein Unternehmen im Bereich Robotik, Sondermaschinenbau und automatisierte Produktionsprozesse. Ergänzend erstellten sie mithilfe von KI eine Unternehmenswebsite sowie einen Chatbot zur Kundenkommunikation. Auch die weiteren Projektarbeiten zeichneten sich durch einen hohen Praxisbezug und kreative Lösungsansätze aus.
Ein wichtiger Bestandteil des Zertifikationskurses war zudem die kritische Auseinandersetzung mit den eingesetzten KI-Werkzeugen. Die Schülerinnen und Schüler reflektierten Chancen und Grenzen der Technologien und setzten sich beispielsweise mit den Kosten professioneller KI-Anwendungen oder den Einschränkungen bei der Bildgenerierung auseinander.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigen eindrucksvoll, wie Künstliche Intelligenz bereits heute gewinnbringend in die berufliche Bildung integriert werden kann. Gleichzeitig erwerben die Auszubildenden Kompetenzen, die in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnen – von digitalem und technischem Know-how über Problemlösungskompetenz bis hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit KI.
Besonders deutlich wurde der Mehrwert durch den Einsatz digitaler Lernumgebungen, interaktiver Aufgaben und praxisnaher Simulationen. Berufliche Handlungssituationen konnten realitätsnah abgebildet und komplexe Arbeitsabläufe anschaulich vermittelt werden.
Auf Grundlage der positiven Erfahrungen wird das Max-Born-Berufskolleg die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Unterricht weiter ausbauen. Ziel ist es, innovative Unterrichtskonzepte zu entwickeln, fachliche und methodische Kompetenzen gezielt zu fördern und die Auszubildenden bestmöglich auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten.
