Auszeichnung innovativer Schülerprojekte: Kreativität, Technik und gesellschaftliches Engagement im Fokus

Am 6. Mai 2026 wurden am Max Born Berufskolleg die diesjährigen Bornpreise feierlich verliehen.
Die Max und Gustav Born Stiftung für Bildung würdigte damit erneut herausragende Schülerleistungen, die eindrucksvoll zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert Bildung heute ist. Die ausgezeichneten Projekte überzeugten durch ihre Kreativität, ihren technischen Anspruch und ihr gesellschaftliches Engagement.

Schulleiterin und Stiftungs-Vorsitzende Simone Holl begrüßte unter den Gästen die stellvertretende Bürgermeisterin Claudia Schweppe sowie Dr. Bernd Terwiesch, der jährlich ein Preisgeld in Höhe von rund 1.000 Euro für besondere Facharbeiten der Fachschule für Technik vergibt.
Sebastian Born, Enkel des Nobelpreisträgers Max Born, übermittelte eine Videobotschaft. Darin zeigte er sich beeindruckt von den Leistungen junger Menschen, die mit ihren Ideen zu einer nachhaltigen und sozialen Zukunft beitragen. Zudem betonte er die enge Verbundenheit seines Vaters Gustav Born mit dem Max-Born-Berufskolleg und äußerte den Wunsch, im kommenden Jahr wieder persönlich an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die ausgezeichneten Projekte

Projekt „Dritte Spendenaktion zugunsten der Recklinghäuser Tafel“
Bereits zum dritten Mal engagierten sich Schülerinnen und Schüler mit einer Spendenaktion für die Recklinghäuser Tafel. Die Aktion entstand in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen e. V. sowie Herrn Daniel Ruppert, Koordinator der Recklinghäuser Tafel. Initiiert wurde die Aktion von den Lehrerinnen Annemarie Drabinski und Hannah Vogler.
Besonders die Klassen B2GK und B2G1 aus dem Bereich Gestaltung beteiligten sich kreativ an der Bewerbung, unter anderem mit Social-Media-Beiträgen. Unterstützt wurden sie auch von der Schülervertretung durch Kuchenverkäufe sowie von weiteren zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die mit großem Engagement auf die Aktion aufmerksam machten. Bei der Spendenübergabe konnten zahlreiche Sachspenden sowie ein Spendenscheck über 1.140 Euro an die Recklinghäuser Tafel überreicht werden.

Projekt „Gestaltung der Räumlichkeiten in der Kindertagesstätte Wirbelwind“
Die Klasse BF2G der Berufsfachschule Gestaltung entwickelte und realisierte Gestaltungskonzepte für mehrere Räume der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ in Marl. Ziel des Projekts war es, den Eingangsbereich, den Flur und die große Halle funktionaler und zugleich ansprechender zu gestalten.
Von der ersten Idee bis zur praktischen Umsetzung arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigenständig an dekorativen und funktionalen Lösungen. Unterstützt wurden sie dabei von einem Innenarchitekten, der wertvolle fachliche Impulse gab. Das Projekt verband kreatives Arbeiten mit handwerklichem Geschick, Organisationstalent und Teamarbeit.

Projekt „SV sammelt Pfand für den guten Zweck“
Die Schülervertretung initiierte ein nachhaltiges Spendenprojekt:
In der Schule wurden Pfandtonnen aufgestellt, deren Erlös sozialen Einrichtungen zugutekommt. Von der Idee bis zur Umsetzung arbeiteten verschiedene Bereiche der Schule zusammen. Die Tonnen wurden von der Schlosserei Stallmann gefertigt, während die Klasse B3GL aus dem Bereich Gestaltung kreative Logoentwürfe entwickelte. Der Gewinnerentwurf von Paula Uebelhöde wurde digital umgesetzt und auf die Tonnen gedruckt.
Die SV entleert die Pfandtonnen regelmäßig und unterstützt mit den Einnahmen soziale Projekte wie die Recklinghäuser Tafel.

Projekt „Internationales Jugendparlament in Münster – Demokratie erleben, Europa mitgestalten“
Beim Internationalen Jugendparlament in Münster setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wie Migration, Klimaschutz, Gewalt gegen Frauen, Fair Fashion und Populismus auseinander. In internationalen Arbeitsgruppen entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Beschlussanträge, diskutierten unterschiedliche Perspektiven und erlebten demokratische Prozesse hautnah.
Höhepunkt des Projekts war die abschließende Vollversammlung, in der die erarbeiteten Anträge präsentiert, verteidigt und gemeinsam diskutiert wurden. Zudem stellten die Schülerinnen und Schüler die gesamte Veranstaltung in einem kurzweiligen, selbsterstellten Videobeitrag vor.

Projekt „War Joel im Recht?“
Mit seinem Podcast „War Joel im Recht?“ analysiert Malik Jack Çetinkaya aus der Klasse B2GK (Bereich Gestaltung) das preisgekrönte Videospiel The Last of Us aus moralischer und philosophischer Perspektive.
Anhand ethischer Fragestellungen wie dem bekannten „Trolley-Problem“ untersucht er die zentrale Frage nach der moralischen Verantwortung der Hauptfigur Joel. Der Beitrag überzeugte durch intensive Recherche, hohe Produktionsqualität und eine differenzierte Analyse. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass Videospiele längst als kulturelles und gesellschaftlich relevantes Medium verstanden werden können.

Projekt „Zeichnerische Umsetzung des Equal Pay Day“
Die Klassen A1G1 und A1G2, angehende Abiturientinnen und Abiturienten aus dem Bereich Gestaltung, realisierten unter der Leitung ihrer Kunstlehrerinnen Elisa Scheerer und Gunda Schenk eine Ausstellung zum Equal Pay Day im Palais Vest Recklinghausen.
In ihren zeichnerischen Arbeiten setzten sich die Schülerinnen und Schüler kreativ mit der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern auseinander und machten gesellschaftliche Strukturen visuell sichtbar.
Die entstandenen Werke – sowohl analog als auch digital gestaltet – überzeugten durch kreative Ideen, gestalterische Qualität und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Für viele Schülerinnen und Schüler war es zugleich der erste praktische Auftrag im Fach Kunst und eine besondere Herausforderung, die sie mit großem Engagement meisterten. Die besten 16 Arbeiten wurden als Roll-ups im Palais Vest ausgestellt.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Gestaltung gesellschaftliche Themen sichtbar machen und öffentliche Diskussionen anstoßen kann.

Projekt „Lokomotive“
Das Projekt „Lokomotive“ vermittelte den Berufsfachschülern aus dem Bereich Metall (Klasse BF2M) praxisnahe Einblicke in die Metallgrundbildung. Von der Konstruktion mit 3D-CAD-Programmen bis zur Fertigung und Montage arbeiteten die Teilnehmenden an einem gemeinsamen Werkstück und lernten dabei berufstypische Arbeitsabläufe kennen. Neben technischen Fertigkeiten wie Bohren, Drehen und Fräsen standen insbesondere Teamarbeit, sorgfältiges Arbeiten sowie die Planung und Organisation von Arbeitsprozessen im Mittelpunkt. Das Projekt verband Theorie und Praxis auf anschauliche Weise und stärkte zugleich soziale und kommunikative Kompetenzen.

Auszeichnungen für die Fachschule für Technik

Auch aus der Fachschule für Technik wurden drei herausragende Projekte ausgezeichnet:

  • Entwicklung einer geregelten Filament-Aufwickelmaschine
  • Optimierung und Effizienzsteigerung bestehender Kaltwassererzeuger im NWZ der Universität Münster
  • Modernisierung einer Retrofit-Pumpenstängelansetzmaschine im Sondermaschinenbau

Den Sonderpreis der Terwiesch-Stiftung erhielt das Projekt zur Modernisierung einer Retrofit-Pumpenstängelansetzmaschine. Die angehenden Techniker Dominik Brückner, Robin Langer, Bastian Schuh und Robin Oruc modernisierten im Auftrag der Firma Doga Steuerungstechnik eine Maschine zur Herstellung von UV-Niederdruckstrahlern, die unter anderem zur Desinfektion von Wasser, Luft und Oberflächen eingesetzt werden.
Neben der hohen technischen Komplexität stellte insbesondere der enge Zeitrahmen eine große Herausforderung dar, da Produktionsausfälle vermieden werden mussten. Das Projekt verband technisches Fachwissen mit Projektmanagement, Teamarbeit und praxisnahen industriellen Anforderungen.

Mit der Verleihung der Bornpreise setzt das Max-Born-Berufskolleg erneut ein starkes Zeichen für exzellente Bildung, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung.

Die Schule gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und wünscht ihnen für ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg viel Erfolg.