Deutsch-polnische Schulpartnerschaft stärkt europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung
Das Max-Born-Berufskolleg des Kreises Recklinghausen und das Kreiszentrum für Berufs- und Erwachsenenbildung in Wodzisław Śląski (Polen) besiegeln am 2. Juli ihre neue Schulpartnerschaft mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung. Der feierliche Anlass erhält eine besondere Bedeutung, da er mit dem 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Recklinghausen und dem polnischen Kreis Wodzisław Śląski zusammenfällt.
Die Vereinbarung wurde von der Schulleiterin des Max-Born-Berufskollegs, Simone Holl, und der Schulleiterin des Kreiszentrums für Berufs- und Erwachsenenbildung Wodzisław Śląski, Ewelina Lerch-Limanowska, unterzeichnet. Begleitet wurden sie von Kerstin Hanisch, Europabeauftragte des Max-Born-Berufskollegs, sowie Patrick Schmidt, Leiter des Bildungsgangs Maschinenbautechnik. Der Bereich Maschinenbau bildet einen besonderen Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit.
Das PCKZiU (Powiatowe Centrum Kształcenia Zawodowego i Ustawicznego) in Wodzisław Śląski ist in seiner Ausrichtung und seinem Bildungsangebot gut mit dem Max-Born-Berufskolleg vergleichbar. Beide Einrichtungen verfügen über einen technischen Schwerpunkt, bieten berufliche Erstausbildung und Weiterbildung an und setzen auf praxisnahes Lernen in modern ausgestatteten Werkstätten sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Diese Gemeinsamkeiten schaffen ideale Voraussetzungen für den fachlichen Austausch und eine nachhaltige Zusammenarbeit.
Ziel der Partnerschaft ist es, den europäischen Austausch in der beruflichen Bildung nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Förderung interkultureller Kompetenzen, die Vertiefung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit sowie die berufliche Weiterentwicklung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften.
Geplant sind unter anderem Hospitationsaufenthalte für Lehrkräfte (Job-Shadowing), gemeinsame Gruppenmobilitäten im Rahmen des Erasmus+-Programms sowie Projekte und Begegnungen mit Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.
Beide Schulen wollen bewährte Unterrichtsmethoden austauschen, gemeinsame Projekte entwickeln und Schülerinnen und Schüler bei internationalen Praktika begleiten.
Gemeinsame Projektplanungen, regelmäßige digitale Treffen sowie die Evaluation der Maßnahmen sollen die langfristige Zusammenarbeit sichern.
An der Unterzeichnung nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern beider Schulen auch Delegationen aus dem Kreis Wodzisław Śląski und dem Kreis Recklinghausen teil. Die polnische Delegation wurde von Landrat Leszek Bizoń und Katarzyna Zöllner-Solowska, Fachdienstleiterin Bildung der Kreisverwaltung Wodzisław Śląski, angeführt. Für den Kreis Recklinghausen waren unter anderem die stellvertretende Landrätin Martina Eißing, Barbara Gerdes, Ressortleiterin Schulverwaltung bei der Kreisverwaltung Recklinghausen, sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung anwesend.
Die Schulleiterin Ewelina Lerch-Limanowska zeigte sich sehr erfreut über die künftige Zusammenarbeit. Sie betonte, dass der Austausch den jungen Menschen zahlreiche Chancen eröffne und die ähnlichen Bildungsprofile beider Schulen eine ideale Grundlage für vielfältige gemeinsame Projekte und den fachlichen Austausch böten. Katarzyna Zöllner-Solowska, Fachdienstleiterin Bildung der Kreisverwaltung, ergänzte, dass die Zusammenarbeit zugleich die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf die Anforderungen des regionalen Arbeitsmarktes stärken werde. Besonders bewegend fasste sie die Bedeutung der Partnerschaft zusammen: „Alles beginnt mit den Menschen – und für die Menschen.“
Die neue Schulpartnerschaft knüpft an die seit 25 Jahren bestehende Kreispartnerschaft zwischen Recklinghausen und Wodzisław Śląski an. Beide Regionen verbindet ihre bergbauliche Vergangenheit und der gemeinsam bewältigte Strukturwandel. Seit 2010 arbeiten die beiden Kreise gemeinsam mit dem schwedischen Kreis Sörmland in einer trilateralen Partnerschaft zusammen, um den europäischen Austausch und das demokratische Miteinander zu fördern.
Die Kooperation umfasst regelmäßige Delegationsbesuche sowie gemeinsame europäische Projekte und Workshops.
Mit dieser Partnerschaft setzen das Max-Born-Berufskolleg und das Kreiszentrum für Berufs- und Erwachsenenbildung in Wodzisław Śląski ein Zeichen für gelebte europäische Zusammenarbeit und schaffen neue Chancen für die berufliche Bildung von morgen.
