Projekt „ WOZA “ „komm mach mit“: Workshop in der überbetrieblichen Ausbildung

Das erste gemeinsame Projekt mit der Partnerschule Shongwe Boarding School Driekoppies/Südafrika stand unter dem Motto „ WOZA “ und startete genau vor einem Jahr im April 2017. In SiSwati, einer von 11 Landessprachen in Südafrika, bedeutet „ WOZA “ so viel wie „komm, mach mit“ .

Ziel war das kleine Township Driekoppies in der Provinz Mpumalanga. In dem ersten Projekt der neu entstandenen Schulpartnerschaft ging es um die gemeinsame Renovierung der Wäscherei einer Internatsschule. Acht Schüler des Max-Born-Berufskollegs stellten sich gemeinsam mit neun südafrikanischen Schülern dieser Aufgabe.

Im Gegenzug kommen nun acht südafrikanische Jugendliche nach Recklinghausen, um ihre beruflichen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Auch sie müssen sich nun neuen beruflichen Anforderungen und Herausforderungen in einem fremden Land stellen und werden mit fremdartigen Werkstoffen, andersartigen Bauweisen und Verfahrensabläufen in einem anderen Klima konfrontiert.

Für die südafrikanischen Jugendlichen soll diese Schulpartnerschaft bei der Berufsorientierung helfen. Die Schulleiterin der Partnerschule in Südafrika, namentlich Frau Liefie Ngwamba und Herr Albert Mavuso, Teacher Development Center,  wollen ein sogenanntes Skill Training Center mit dem Schwerpunkt „Erlernen von Maler- und Putzarbeiten“ errichten. Herr Mavuso interessiert sich darüber hinaus auch für die duale Ausbildung in Deutschland. Seine Erkenntnisse will er mit nach Südafrika nehmen, um das Thema Bildung weiter voranzutreiben und die Bildungschancen für die Jugendlichen weiter zu verbessern.

Durch dieses gemeinsame Projekt „ WOZA “ ist schon ein erster Schritt getan, um den Jugendlichen neue Perspektiven für eine Tätigkeit im Handwerk zu eröffnen, damit sie sich eine Existenzgrundlage schaffen können.

Wichtig in dieser Schulpartnerschaft ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Durch gemeinsames Arbeiten und das gegenseitige Kennenlernen sollen Empathie, Engagement und Solidarität bei den Schülern und Schülerinnen gefördert werden.

Bereits in Südafrika entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen. Wunderschöne Landschaften, traditionelle Gebräuche und purer Alltag hinterließen einen nachhaltigen Eindruck bei den Schülern des Max-Born-Berufskollegs. Die gemeinsam verbrachte Zeit intensivierte den Wunsch aller Beteiligten nach einem langen und fruchtbaren Austausch.

Jetzt lernen die südafrikanischen Jugendlichen Recklinghausen und Umgebung kennen. Auf dem Programm stehen Besuche diverser Unternehmen oder zum Beispiel die Fahrt zur Zeche Zollverein in Essen. Das DFB-Pokalspiel FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt am nächsten Mittwoch wird mit Sicherheit ein besonderer Höhepunkt für die Jugendlichen sein.

Begleitet werden die Auszubildenden des zweiten und dritten Lehrjahrs des Maler- und Lackierer- Handwerks und der Bauabteilung, von den Berufsschullehrern Benedikt Feldmann, Susanne Biederbick und Julia Feldkamp.

Unterstützung erhält das Team von Reiner Zobus, Maurermeister der überbetrieblichen Werkstätten des Schulungs- und Servicezentrum Vest, ebenso wie von Heiko Güntzel aus der Lehrwerkstatt der Malerinnung Mittleres Ruhrgebiet.

Der Austausch bedarf einer langen organisatorischen Vorbereitung, zu der neben der inhaltlichen Planung auch die finanzielle Unterstützung gehört. Die gibt es von der Organisation „ENSA“. Es ist das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Entwicklung meint den handwerklichen Aufbau und die persönliche Entwicklung. Es geht in diesem Projekt um die Auseinandersetzung mit Vorurteilen, mit neuen Situationen und um vielfältige Begegnungen am jeweils anderen Ende der Welt.

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